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Mo, 31.08.2026 | 06:00 - 06:40

Tagesgeschehen (D 2026)

Die deutsche Automobilindustrie kommt nicht aus den Negativschlagzeilen: VW-Chef Blume droht mit dem Abbau von über 100.000 Arbeitsplätzen, sogar Werksschließungen sind im Gespräch. Diese Woche hat er bei den Beschäftigten um Verständnis für seinen Sparkurs geworben. Aber nicht nur bei VW kriselt es, auch Mercedes und BMW wollen tausende Stellen streichen. Der Grund: Der Pkw-Verkauf in China, dem größten Automarkt der Welt, ist drastisch eingebrochen. Jahrelang war die Volksrepublik die Cashcow der deutschen Autobauer. Das ist vorbei. Anstatt teurer deutscher Verbrenner kaufen die Chinesen lieber die günstigeren E-Autos aus heimischer Produktion. Und inzwischen drängen die chinesischen Konkurrenten auch verstärkt auf den europäischen Markt. Erleben VW, BMW und Mercedes gerade ihren Nokia-Moment? Die deutschen Autobauer hatten mit der Verbrennertechnologie jahrelang die Nase vorn. Vielleicht war das auch der Grund, warum der Wechsel zur E-Mobilität in Wolfsburg, Stuttgart und München erst spät vollzogen wurde. Jetzt bekommen sie dafür die Quittung: Die deutschen Autobauer fahren hinterher überholt von Anbietern aus China und USA, die Smartphones auf Rädern anbieten, vollgepackt mit KI zu deutlich günstigeren Preisen. Der Siegeszug der E-Mobilität wird auch aufgrund der durch den Irankrieg stark gestiegenen Spritpreise befeuert: Immer weniger Menschen kaufen Verbrenner. Aber das ist nicht der einzige Grund für die Probleme von VW, Mercedes und BMW. Die von US-Präsident Trump verhängten Zölle für aus Deutschland importierte Autos machen den Herstellern ebenso zu schaffen wie die hohen Arbeitskosten hierzulande. Wie kommen die Autobauer aus dem Dilemma? Ist der Zug schon abgefahren oder können sie das Blatt noch mal wenden? Ist ein rigides Sparprogramm die Rettung? Die Amerikaner haben ihren Markt strikt abgeschottet gegen die Konkurrenz aus China. Wie kann die EU ihren Automarkt trotz der hohen Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen schützen? Macht es Sinn, das Verbrenner-Aus für Neuwagen ab 2035 noch mal zu verschieben, wie Bundeskanzler Merz es fordert? Die Autoindustrie war lange die Ikone der deutschen Wirtschaft. Heute sind im Autoland Deutschland so wenig Menschen beschäftigt wie nie seit dem Beginn der Statistik 2005. Geht diese Entwicklung so weiter oder könnte es intelligente Alternativen für Werke in strukturschwachen Regionen geben, bevor sie ganz geschlossen werden? Darüber diskutiert ARD-Moderator und Wahlexperte Jörg Schönenborn mit den Gästen Alexander Demling, DER SPIEGEL Annette Deutskens, Norddeutscher Rundfunk Christina Kunkel, Süddeutsche Zeitung Philipp Raasch, Der Autopreneur

Thema
  • China, Zölle, Arbeitskosten: Deutsche Autos ohne Zukunft?.
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