Maldoror
Drama (F 2026)
Maldoror von Julien Gosselin zählt zu den mit Spannung erwarteten Produktionen der 80. Ausgabe des Festival von Avignon und wird im Ehrenhof des Papstpalasts aufgeführt. Zehn Jahre nach seiner Adaption von 2666 kehrt Gosselin zu den Werken von Roberto Bolaño zurück und bringt den chilenischen Schriftsteller mit Lautréamont, einem prägenden französischen Dichter des 19. Jahrhunderts, in einen Dialog. Beide verbindet die Auseinandersetzung mit menschlicher Grausamkeit, ihren Ursprüngen und ihren Grauzonen. Mit einer Inszenierung an der Schnittstelle von Theater, Film und Performance setzt Gosselin seine literarischen Erkundungen fort. Maldoror spielt im Südamerika der 1970er-Jahre und fragt nach dem Verhältnis von Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie Künstlerinnen und Künstlern zum absoluten Bösen. Das Stück gliedert sich in drei Teile, die durch Lautréamonts Gesänge des Maldoror miteinander verbunden sind. Im ersten Teil steht Bolaños Roman Die Naziliteratur in Amerika im Mittelpunkt. Der zweite Teil greift Auszüge aus Die wilden Detektive, den infrarealistischen Manifesten, Der Geist der Science-Fiction und Der unerträgliche Gaucho auf. Grundlage des dritten Teils bildet der Roman Stern in der Ferne. ARTE zeigt eine dreistündige Fassung der Inszenierung.
